VC Riehen - Scharzwaldbrevet 2009

Schwarzwald-Brevet, 20.6.09

 

Temperatursturz, viele Wolken und auch Regenschauer, insbesondere gegen Abend. Wird es wohl regnen? Dazu fahren wir in ein regenträchtiges Gebiet. In der Tageszeitung wird gemeldet ‚Nebst Sonnenstrahlen müssen wir speziell in der 2. Tageshälftevereinzelt mit einem kurzen Regenguss rechnen’, dazu noch die Bildchen mit ein klein wenig Sonne, Wolke und Niederschlagsstrichlein. Schöne Aussichten. Der Regenschutz muss mit. In Riehen finden sich 10 Personen ein, wovon Gast Gerhard,. Carmelo, natürlich mit ‚Lärmgerät’sprich Radio, in der Tasche, kündigt an, dass er nur ein Stück mitfährt und alsdann sein Rad wendet, da er ohnehin am 14 Uhr zurück sein muss. Für unseren neuen Gast Gerhard ist es insofern unglücklich, dass er ausgerechnet bei einer schwereren Tour antritt. In Anbetracht dieser Sachlage wird er entscheiden, das Rad, im Aufstieg nach Gersbach zu drehen. Ein Wetterpessimist meint, dass wir sicher noch Regen bekommen und wettet, einen Drink auszugeben, falls dies nicht zutrifft.

In gemütlicher Fahrt und lebhaft untereinander diskutierend und sich austauschenend geht es ins Wiesental. In Fahrnau biegen wir rechts ab, hinan, die Steigung Richtung Gersbach. Zwar 9 Km lang, nicht steil und recht angenehm zu fahren. Carmelo und unser Gastfahrer wenden ihre Räder. Es verbleiben 8 Mann. Bleibt zu hoffen, dass sich unser Gastfahrer Gerhard dadurch nicht entmutigen lässt.

Die einen zeigen im Aufstieg kurz ihre Muskeln, um danach wieder den Berg hinab zu fahren und den Zurückgebliebenen beizustehen. Eine erfreuliche Kollegialität. Es wird keiner in den ‚Keller’ gefahren.

Die Sicht auf der Höhe in Gersbach leicht getrübt durch das dunstige Wetter und die vielen Wolken. Auf rund 900 m Höhe ist es recht kühl. Eine „Kachelmann-Wetterstation“, in Gersbach, soll mehr Sonnen- und kältere Wintertage als im bundesdeutschen Durchschnitt messen. Allerdings waren die Skilifte nicht in Betrieb.

Die rasante und schöne Abfahrt ins Wehratal, hinunter nach Todtmoss-Au, entschädigte uns für die Mühen im Aufstieg. Die Einen waren recht froh, die Windjacke, übergezogen zu haben. Flott die Fahrt nach Todtmoos (ca. 700m) und die Spitze zieht gleich durch und hinein in die Steigung hinauf Richtung Hochkopf. Einer kündigt an, dass er bei seinen schwächeren Kollegen zurückbleibt. Ist das wohl eine neue Masche, um Schwächen zu vertuschen? Fast kaum zu glauben, dass sich Rennvelofahrer derart für andere einsetzen. Diese Zweifel konnte der Betreffende, auch in den weiteren Steigungen des Tages, nicht ganz ausräumen....

Noch vor 12 Uhr erreichen wir die Höhe, auf ca. 1100 m und die Strassengabelung nach dem 2 Km entfernten Herrenschwand. In Anbetracht der kühlen Witterung wird dem Vorschlag, direkt in die Abfahrt, hinunter nach Präg, zu stechen, entsprochen. Schade für den Tourenleiter, dass er seine Kindheitserinnerungen, von Herrenschwand, nicht aufleben lassen konnte.

Fuchspfeffer – ist nicht geläufig auf Speisekarten. Doch beinahe hätten wir ein solch niedliches Tier unter unsere Räder bekommen. Vermutlich hat keiner der Gruppe je einen Fuchs aus solcher Nähe gesehen. In grosser Panik überquerte dieser die Strasse und versuchte, mit etwelcher Mühe, das steile Bord hinaufzukommen und zu verschwinden. Dass Autos auch etwas unverhofft auftauchen können, mahnt einem, auch in den Abfahrten voll konzentriert zu bleiben. Jedenfalls wurde dies zu einem Diskussionspunkt, im Gasthaus in Bräg, beim gemütlichen Mittagessen. Die Portionen, selbst für hungrige Radfahrer, etwas zu grosszügig bemessen, insbesondere, wenn noch der Anstieg nach Böllen bevor steht. An den, vor der Gaststätte, angepriesenen hausgemachten Kuchen mochte keiner mehr denken. Alle meistern auch den Aufstieg nach Böllen in guter Verfassung.

Flott geht es das Kleine Wiesental hinab und weil wir alle flexibel sind, entscheiden wir uns, ohne Gegenstimme, nicht den direkten Weg einzuschlagen, sondern noch einen weiteren Bergpreis, auszufahren. Das Hauptziel war dies jedoch nicht, sondern.....?

Die Fahrt über die Scheideck und Kandern, sowie den kurzen Anstieg hinüber nach Riedlingen, liessen wir uns mit Kaffe und Kuchen versüssen. Die Gefahr besteht, dass wenn wir so weiter fahren, wir wohl bald ein zweites Vereinslokal benennen müssen. Die Gastgeberin kennt uns bestens und dies nicht nur wegen den schönen Schnäuzen, auch wenn einer fehlte. Keine Ausrede blieb dem Wetterpessimisten. Seine verlorene Wette musste er gezwungener Masse einlösen. Dass sich noch 2 weitere zur Kostenübernahme für Kuchen und Kaffee entschlossen, sei an dieser Stelle, herzlichst verdankt.

Um ganz ehrlich zu sein, im Etappenfinale war diese Schlemmerei wohl das gewisse Etwas zu viel, doch allemal gut.

Fazit des Schwarzwald-Brevet: trocken, ideales Radfahrwetter. Ein fantastisches Erlebnis in schönster Natur, in kollegialer und spassiger Gruppe. ‚Les absents ont toujours tort’!

KK

 

 

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20.5.2012  16:14 Uhr  

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